Der nächste Kunde beginnt seine Produktsuche vielleicht im Gespräch
„Welche Wanderschuhe passen zu einer mehrtägigen Tour, wenn ich breite Füße habe und höchstens 180 Euro ausgeben möchte?“
Wer so fragt, nennt bereits Anforderungen, Einsatzzweck und Budget. KI-Assistenten können daraus Auswahlkriterien entwickeln, Produkte vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten. Ein Teil der Beratung findet dadurch statt, bevor jemand Ihren Online-Shop besucht.
Für Händler verändert sich damit eine zentrale Aufgabe: Ihre Produkte müssen dort verständlich und auffindbar sein, wo die Auswahl entsteht. Und Sie brauchen Daten, die zeigen, welche dieser neuen Wege tatsächlich zu Bestellungen beitragen.
Der Onlinehandel wächst – aber nicht jeder Shop wächst mit
Nach Angaben des bevh stiegen die Umsätze im deutschen Onlinehandel im ersten Halbjahr 2026 um 4,3 Prozent.[1] Das zeigt eine Erholung des Marktes, sagt aber wenig darüber aus, wie sich ein einzelner Shop entwickelt. Sortiment, Wettbewerb und die Wirtschaftlichkeit der Kundengewinnung bleiben entscheidend.
Drei Veränderungen, auf die sich Shops einstellen sollten
Aus Suchbegriffen werden konkrete Anforderungen
Kunden suchen weiterhin nach Marken und Artikeln. Zusätzlich entstehen längere, situationsbezogene Anfragen. Für Ihren Shop bedeutet das: Neben Produktnamen zählen nachvollziehbare Eigenschaften, Größen, Materialien, Kompatibilität und geeignete Einsatzbereiche.
Gute Produktinformationen sollten beides unterstützen.
Ein Teil der Auswahl verlagert sich vor den Shopbesuch
Google entwickelt KI-gestütztes Shopping und Funktionen für agentische Einkaufsabläufe weiter. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom Markt und vom jeweiligen Rollout ab.[2]
Für die Analyse entsteht eine wichtige Konsequenz: Weniger Besuche müssen nicht automatisch weniger Nachfrage bedeuten. Wenn Kunden bereits mit einer engeren Auswahl ankommen, können sich Besuchszahlen und Kaufwahrscheinlichkeit unterschiedlich entwickeln. Ob das bei Ihrem Shop passiert, müssen die Daten zeigen.
Produktdaten werden Teil Ihrer Vertriebsgrundlage
Preise, Verfügbarkeit, Varianten und Produkteigenschaften sollten über Shop und angebundene Feeds zusammenpassen. Google weist ausdrücklich auf die Bedeutung der bereitgestellten Produktdaten für KI-gestützte Shopping-Erlebnisse hin.[3]
Tracking hat dabei eine andere Aufgabe als der Produktfeed: Der Feed beschreibt Ihr Angebot. Das Tracking misst die beobachtbare Reaktion darauf. Erst gemeinsam helfen diese Informationen, Sichtbarkeit und wirtschaftlichen Erfolg auseinanderzuhalten.
Was Ihr Tracking künftig beantworten sollte
- Welche erkennbaren Quellen bringen Besucher in den Shop?
- Welche Produkte werden angesehen und gekauft?
- Wo brechen Kunden den Kauf ab?
- Wie entwickeln sich Bestellwert und Neukundenanteil?
- Was bleibt nach Stornos und Retouren vom gemeldeten Umsatz übrig?
Dabei gilt: Nicht jede Empfehlung durch eine KI führt zu einem erkennbaren Klick. Ein Kunde kann sich beraten lassen und später direkt Ihren Shop aufrufen. Website-Tracking allein kann diesen vorherigen Kontakt nicht vollständig rekonstruieren.
Deshalb braucht es mehrere Perspektiven:
Diese Perspektiven ergänzen sich, ohne identische Zahlen liefern zu müssen.
Quellen
- bevh: Erste Halbzeit im Onlinehandel: Kaufneigung der Deutschen kehrt zurück, 6. Juli 2026. bevh.org
- Google: Universeller Einkaufswagen und weitere Möglichkeiten fürs Shopping, 19. Mai 2026. blog.google
- Google: Driving retail sales in the age of AI, 8. April 2026. blog.google
Prognosen und Einschätzungen sind als solche gekennzeichnet. Angaben zu Funktionen und deren Verfügbarkeit entsprechen dem Stand der genannten Quellen.